Elektroimpulsverfahren zur Leckortung: Funktion & Einsatz
- Ulrich Büdding
- 13. Aug.
- 7 Min. Lesezeit

Bei der elektrischen Leckortung wird über eine Folie oder Abdichtung eine Spannung gelegt, die an jeder intakten Stelle vollständig isoliert. Nur an der undichten Stelle fließt der Strom zum leitfähigen Untergrund ab, und genau dort schlägt eine Messelektrode aus, teils bis auf wenige Zentimeter genau. Das Prinzip funktioniert bei Pool-, Teich- und Flachdachfolien gleichermaßen.
Für Poolbauer, Teichbesitzer und Betreiber von Flachdächern ist die Methode deshalb interessant, weil sie ohne Öffnen der Fläche arbeitet und die Fehlstelle vor der Reparatur exakt eingrenzt. Je nachdem, ob die Bahn trocken frei liegt oder von Wasser, Kies oder Substrat bedeckt ist, kommt eines von zwei technisch unterschiedlichen Verfahren zum Einsatz: das Hochspannungsverfahren mit Funkenschlag oder das Elektroimpulsverfahren mit Potentialdifferenzmessung.
Ob sich eine Anfrage lohnt, hängt an drei Dingen: welche Variante passt, wo das Verfahren an Grenzen stößt und was es kostet.
Das Hochspannungsverfahren mit Funkenschlag eignet sich nur für trockene, frei liegende Bahnen ohne Wasser oder Kies.
Das Elektroimpulsverfahren mit Potentialdifferenzmessung funktioniert auch unter Wasser, Substrat oder Dachbegrünung zuverlässig.
Eine Luftschicht unter der Bahn unterbricht den Stromfluss und macht das Verfahren dort wirkungslos.
Eine Pool- oder Teich-Leckortung bei Büdding beginnt in NRW bei 750 Euro zzgl. MwSt.
Wie funktioniert die Leckortung mit dem Elektroimpulsverfahren?
Das Elektroimpulsverfahren, in der Fachliteratur auch Potentialdifferenzmessung genannt, nutzt eine einfache physikalische Tatsache: Eine intakte Folie oder Abdichtungsbahn leitet keinen Strom, ein feuchter oder wassergesättigter Untergrund darunter dagegen sehr gut. Über die Fläche wird ein Messkabel gelegt und mit dem Minuspol eines Impulsgenerators verbunden, der Gegenpol sitzt an einer leitfähigen Stelle wie dem Erdreich oder einer Gebäudemasse, wie es BauNetz Wissen für die Anwendung am Flachdach beschreibt.
Potentialdifferenzmessung: Fachbegriff für das Messprinzip hinter dem Elektroimpulsverfahren. Zwischen dem eingespeisten Impuls und dem leitfähigen Untergrund entsteht nur dort eine messbare Spannungsdifferenz, wo die isolierende Bahn ein Loch hat.
Solange die Bahn intakt ist, blockiert sie den Stromkreis vollständig. Erst an einer Fehlstelle findet der Strom eine Verbindung zum leitfähigen Untergrund und fließt dort ab, wodurch sich um das Loch ein messbares elektrisches Feld aufbaut. Auf Flachdächern arbeiten die Geräte dafür typischerweise mit einem Gleichstromimpuls von rund -40 bis -50 Volt, ein Richtwert aus dem Bauwerksbereich, den Anbieter je nach Gerät leicht unterschiedlich angeben.
Zur Ortung selbst fährt ein Techniker mit einem Suchstab oder zwei Messsonden systematisch über die Fläche. Am Empfänger zeigt ein deutlicher Ausschlag exakt die Stelle an, an der der Strom ins Erdreich oder ins Wasser abfließt, in der Praxis gelingt die Eingrenzung auf wenige Zentimeter genau. Für den Poolbesitzer heißt das: Der Techniker markiert einen einzigen Punkt, an dem später repariert wird.
Hochspannungsverfahren oder Elektroimpulsverfahren: Welche Variante passt zu welcher Fläche?
Bei einer trockenen, frei liegenden Bahn ohne Wasser oder Auflast kommt die Hochspannungs-Funkenprüfung zum Einsatz; sobald die Fläche benetzt, verkiest oder begrünt ist, übernimmt das Niederspannungs-Elektroimpulsverfahren. Das Grundprinzip ist bei beiden gleich, bei Spannung und Technik unterscheiden sie sich aber deutlich.
Beim DC-Funkenschlagverfahren (Trockenortung) überträgt eine Kupferbürste oder Porensuchelektrode Hochspannung auf die trockene, nicht leitfähige Prüffläche. An einer Fehlstelle überspringt der Strom als sichtbarer und hörbarer Funken zur darunterliegenden leitfähigen Schicht, wie es BauNetz Wissen für Dachbahnen beschreibt. Das Verfahren funktioniert nur ohne Auflast wie Kies, Substrat oder Wasser, weshalb es für einen befüllten Pool oder einen bepflanzten Teich ausfällt.
Feuchte oder bedeckte Flächen sind genau der Fall, für den das Niederspannungsverfahren entwickelt wurde. Es arbeitet mit einem deutlich schwächeren Stromfluss, den eine feuchte Schicht nicht unterbricht, und funktioniert deshalb auch direkt im Wasser eines Pools oder Teichs.
Gut zu wissen: In Deutschland gilt eine Berührungsspannung ab rund 50 Volt Wechselspannung als potenziell gefährlich. Genau deshalb lässt sich die Niederspannungsvariante mit ihrem schwachen Impuls im Wasser eines Pools oder Teichs anwenden, während die Hochspannungs-Funkenprüfung ausschließlich auf trockenen, freien Flächen und durch geschultes Fachpersonal zum Einsatz kommt.
Wann funktioniert das Elektroimpulsverfahren – und wo liegen seine Grenzen?
Das Verfahren braucht einen durchgehenden leitfähigen Weg zwischen der undichten Stelle und dem Gegenpol, meist über feuchtes Erdreich, ein Substrat oder Wasser. Fehlt dieser Pfad, liefert auch die genaueste Messelektrode kein Ergebnis.
Bei Kaltdächern oder Konstruktionen mit einer Luftschicht unter der Bahn unterbricht genau diese Luft den Stromfluss, das Verfahren lässt sich dort nicht anwenden. Ähnlich verhält es sich, wenn eine PVC-Bahn unter Auflast zusätzlich mit einer isolierenden PE-Trennfolie gegen Weichmacherverlust ausgestattet ist: Diese zweite Isolierschicht blockiert den Kontakt zum Untergrund. In solchen Konstellationen sinkt die Trefferquote der Messung merklich, weshalb sich vorab ein Blick auf den genauen Dachaufbau lohnt.
Auch an nicht leitenden Verkleidungen stößt die Methode an Grenzen: In einem dokumentierten Forumsfall zu einem Schwimmteich mit Folie und innenseitiger Holzverkleidung blieb die Potentialmessung ergebnislos, weil die Holzschicht den nötigen Kontakt zwischen Wasser und Untergrund verhinderte. Solche Einzelfälle zeigen: Bei ungewöhnlichen Konstruktionen lohnt sich vorab die Einschätzung eines Fachbetriebs.
DIN 18531: Die im August 2025 neu aufgelegte Dachabdichtungsnorm verpflichtet Betreiber von Flachdächern ausdrücklich zur Instandhaltung ihrer Abdichtung. Eine Leckortung mit dem Elektroimpulsverfahren erfüllt am Bauwerk damit auch die regelwerkskonforme Instandhaltungspflicht.
Elektroimpulsverfahren, Tracergas oder Thermografie: Welche Methode ist bei Folien am genauesten?
Verglichen mit Tracergas, Akustik-Korrelation und Thermografie liefert das Elektroimpulsverfahren bei Folien- und Membranabdichtungen meist die punktgenaueste Eingrenzung, weil es direkt an der physikalischen Schwachstelle misst, während die anderen Verfahren indirekte Signale wie Gas, Schallwellen oder Temperaturunterschiede deuten müssen.
Jedes der zerstörungsfreien Verfahren hat sein eigenes Einsatzfeld, und keines ersetzt die anderen vollständig:
Verfahren | Funktioniert am besten bei | Grenze in der Praxis |
Elektroimpulsverfahren (Niederspannung) | Feuchten, bedeckten oder wassergefüllten Folien und Membranen | Braucht einen durchgehenden leitfähigen Pfad, versagt bei Luftschichten |
Tracergas | Erdverlegten Leitungen und Hohlräumen | Gas wandert ab, Austrittspunkt muss zusätzlich verifiziert werden |
Akustik/Korrelation | Druckleitungen mit Strömungsgeräusch | Wirkungslos an drucklosen Folien ohne fließendes Wasser |
Thermografie | Flächen mit deutlichem Temperaturunterschied | Wenig ergiebig bei reinem Kaltwasser |
Unter Auflasten wie Kies, Substrat oder Dachbegrünung zeigt sich der praktische Vorteil des Elektroimpulsverfahrens besonders deutlich: Rauch- oder Gasverfahren arbeiten dort langsamer und ungenauer, während die feuchte Schicht den schwachen Stromfluss des Elektroimpulsverfahrens nicht unterbricht. Der gemeinsame Vorteil aller vier Verfahren bleibt trotzdem der wichtigste: Sie arbeiten zerstörungsfrei. Statt eine Folie blind zu öffnen oder ein Becken zu entleeren, wird ein einzelner, vorher bestimmter Punkt geöffnet und repariert.
Wie setzt Büdding das Elektroimpulsverfahren bei Pool, Teich und Flachdach ein?
Büdding setzt das Elektroimpulsverfahren bei Pool, Spa, Schwimmbad und Teich deutschlandweit sowie in Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden ein; für Flachdächer und Bauwerksabdichtungen ist das Team in ganz Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Als einer von wenigen deutschen Fachbetrieben, die sich auf die professionelle Leckortung an Pool, Spa und Teich spezialisiert haben, kombiniert Büdding das Elektroimpulsverfahren bei großflächigen Folienbecken zusätzlich mit einem elektroakustischen Verfahren (EAV).
Beim EAV speist ein Signalgenerator einen 1-Kilohertz-Prüfstrom über eine Erdungselektrode ins Wasser ein. Tritt Wasser durch eine Fehlstelle in der Folie aus, fließt der Strom genau dort ins Erdreich ab und lässt sich akustisch sowie optisch eingrenzen, wie es Büdding für die eigene Pool-Leckortung beschreibt. Damit lassen sich vor allem Leckstellen finden, die unter Wasser liegen und von außen nicht sichtbar sind.
Für Poolbesitzer, Teichbauer und Hotelbetreiber bedeutet das in der Praxis: Anfahrt und Prüfbericht sind im Preis enthalten, der Bericht lässt sich direkt vor Ort erstellen und eignet sich damit auch als Nachweis gegenüber Versicherung oder Poolbauer. Gearbeitet wird nach Dienstleistungsvertrag, zusätzliche Stunden werden nicht separat abgerechnet, und Termine sind auf Anfrage auch kurzfristig möglich. Wer die Kostenstruktur einer Pool-Leckortung im Detail nachlesen möchte, findet dort den vollständigen Ablauf; wer zunächst selbst prüfen will, ob überhaupt ein Leck vorliegt, kann mit dem Eimertest und den ersten Eingrenzungsschritten beginnen.
{{CLAIRE_MAGNET:dc5e2fb2-8bf9-4277-a535-d6e9433ffa0b}}
Was kostet die Leckortung mit dem Elektroimpulsverfahren bei Pool und Teich?
Eine professionelle Pool- oder Teich-Leckortung mit dem Elektroimpulsverfahren beginnt bei Büdding in NRW bei 750 Euro zzgl. MwSt. Der genaue Preis hängt von Beckenart und Größe sowie vom benötigten Messverfahren ab. Außerhalb von NRW sowie in Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden wird der Preis auf Anfrage kalkuliert, weil Anfahrt und Aufwand je nach Standort stark schwanken.
Geht es statt um Pool oder Teich um eine erdverlegte Wasserleitung, etwa zwischen Technikraum und Becken, liegt der Einstiegspreis bei 595 Euro zzgl. MwSt. In beiden Fällen ist die Anfahrt bereits eingerechnet, der Prüfbericht liegt inklusive vor und wird nach Möglichkeit direkt am Termin erstellt. Es wird nach Dienstleistungsvertrag gearbeitet, zusätzliche Arbeitsstunden werden nicht separat abgerechnet.
Warum 750 Euro angemessen sind, zeigt sich am Ergebnis: Nach der Messung steht ein einzelner, dokumentierter Punkt fest, an dem repariert wird. Eine wochenlange Farbstoffsuche mit fortlaufendem Wasser- und Chemieverbrauch entfällt damit.
Was die punktgenaue Ortung für Ihre Reparatur bedeutet
Fachbetriebe beschreiben das Elektroimpulsverfahren fast immer am Flachdach, dabei greift dasselbe Prinzip bei einem gefüllten Pool oder einem bewachsenen Teich sogar noch zuverlässiger: Wasser und feuchtes Substrat leiten Strom besser als eine trockene Dachfläche, die Fehlstelle tritt dadurch klarer hervor. Wer einen undichten Pool oder Teich vermutet, kann sich also auf ein Verfahren verlassen, das ursprünglich für Bauwerke entwickelt wurde und gerade unter Wasser besonders zuverlässig arbeitet.
Fälle mit Holzverkleidung, PE-Trennfolie oder einer Luftschicht unter der Bahn kommen selten vor, aber sie gibt es. Wo das Elektroimpulsverfahren deshalb nicht greift, lässt sich die Fehlstelle in der Regel trotzdem zerstörungsfrei eingrenzen, etwa über das kombinierte elektroakustische Verfahren.
Sagen Sie uns bei der Anfrage am besten schon, um welche Beckenart es geht, wie sie aufgebaut ist und wo Sie das Leck vermuten. Dann können wir den Termin gleich passend planen und bringen den Prüfbericht mit.
Häufig gestellte Fragen zum Elektroimpulsverfahren
Funktioniert das Elektroimpulsverfahren auch bei einem bewachsenen oder bekiesten Teich?
Ja, das Niederspannungs-Elektroimpulsverfahren arbeitet auch unter Kies, Substrat oder Bepflanzung zuverlässig, weil die feuchte Schicht den Stromfluss zur Fehlstelle nicht unterbricht. Für einen solchen Teich kommt deshalb ausschließlich diese Variante infrage, die trockene Hochspannungs-Funkenprüfung scheitert an der Auflast.
Ist der Stromfluss bei der Messung gefährlich für Schwimmer, Tiere oder Pflanzen?
Nein, die im Wasser eingesetzte Niederspannungsvariante arbeitet mit einem deutlich schwächeren Impuls, als er als kritisch gilt. Die Hochspannungs-Funkenprüfung kommt ausschließlich auf trockenen Flächen ohne Personen oder Tiere im Wasser zum Einsatz.
Muss ein Pool oder Teich für die Leckortung entleert werden?
Das Wasser kann drinbleiben: Das Niederspannungsverfahren und die elektroakustische Messung arbeiten beide im befüllten Zustand. Nur wenn eine Fläche komplett trocken liegen muss, etwa für die Hochspannungs-Funkenprüfung, stimmt Büdding vorab ein anderes Vorgehen mit Ihnen ab.
Eignet sich das Verfahren auch für ein Becken aus GFK oder Beton ohne Folie?
Dafür braucht es eine isolierende Bahn wie eine Folie oder Abdichtungsmembran über einem leitfähigen Untergrund. Bei einer nackten Beton- oder GFK-Schale ohne Folienauskleidung kommen andere zerstörungsfreie Verfahren wie Druckprüfung oder Tracergas zum Einsatz.
Was passiert, wenn das Elektroimpulsverfahren keine eindeutige Fehlstelle liefert?
In der Regel liegt dann eine der bekannten Ausnahmen vor, etwa eine zusätzliche PE-Trennfolie unter einer PVC-Bahn oder eine nicht leitende Verkleidung wie Holz. Büdding wechselt in solchen Fällen auf ein ergänzendes Verfahren wie die elektroakustische Messung, um die Fläche dennoch zerstörungsfrei einzugrenzen.




Kommentare