Pool Leckortung
- Ulrich Büdding
- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Leckortung ist nicht gleich Pool-Leckortung: Ein Praxisfall aus Oberhausen
Ein aktueller Auftrag aus Oberhausen zeigt sehr deutlich, warum bei der Suche nach einem Leck im Pool nicht jede Leckortungsfirma automatisch der richtige Ansprechpartner ist. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf einen Unterschied, der Poolbesitzern oft nicht bewusst ist: Eine klassische Leckortung – etwa bei einem Rohrbruch im Haus – arbeitet mit anderen Methoden und anderem Equipment als eine Pool-Leckortung.
Der Ausgangspunkt: 1.500 Liter Wasserverlust pro Tag
Der Kunde bemerkte einen deutlichen Wasserverlust von rund 1.500 Litern täglich. Zeitlich fielen damit Verdichtungsarbeiten am Beckenboden zusammen, bei denen die im Pool verlegten Platten neu befestigt worden waren – ein Detail, das sich im weiteren Verlauf als relevant herausstellen sollte.
Da eine Versicherung (DEVK) im Spiel war, wurde zunächst ein von der Versicherung beauftragter Leckorter hinzugezogen. Dessen Diagnose: Der Bodenablauf sei undicht, weil die Abdeckung schräg montiert war. Auf den ersten Blick eine plausible Erklärung – die Abdeckung saß tatsächlich schief. Der Kunde prüfte die Stelle jedoch selbst nach und stellte fest: Die Dichtung des Bodenablaufs war intakt. Die schräge Abdeckung allein erklärte den Wasserverlust nicht.
Unser Einsatz: Systematische Eingrenzung statt Schnelldiagnose
Wir wurden daraufhin mit einer eigenständigen Pool-Leckortung beauftragt und sind das Problem von Grund auf neu angegangen.
1. Elektroimpulsverfahren zur ersten Eingrenzung Mit dem Elektroimpulsverfahren lokalisierten wir zunächst den relevanten Problembereich. Auffällig war: Nicht der Bodenablauf, sondern der Bereich der beiden Scheinwerfer beziehungsweise die dazugehörigen Düsenleitungen zeigten am Messgerät deutliche Auffälligkeiten.
2. Absperrblasen und Druckprobe Um die Düsenleitungen isoliert zu prüfen, setzten wir Absperrblasen ein und führten eine Druckprobe durch. Das Ergebnis: ein klarer Druckverlust in genau diesem Leitungsabschnitt.
3. Spürgas zur Feinlokalisierung Im nächsten Schritt kam Spürgas zum Einsatz. Damit ließ sich der Gasaustritt exakt an der Stelle nachweisen, an der die beiden Düsenleitungen in einem T-Stück zusammengeführt werden.
4. Schiebekamera zur Verifizierung Abschließend setzten wir eine Schiebekamera ein, um den genauen Zusammenführungspunkt der Leitungen zu bestimmen und unsere Feststellung visuell zu untermauern. Dabei zeigten sich sichtbare Auffälligkeiten direkt am Rohrleitungs-T-Stück.

Ergebnis: Die tatsächliche Schadensursache
Als Schadensursache konnte eindeutig das T-Stück identifiziert werden, an dem die beiden Düsenleitungen zusammengeführt werden – nicht der Bodenablauf. Zusätzlich wurde empfohlen, die beiden Scheinwerfer/Lampen gesondert auf Dichtigkeit zu prüfen, da auch hier Auffälligkeiten mit dem Messgerät festgestellt wurden.

Warum die Erstdiagnose danebenlag
Eine schräg montierte Bodenablaufabdeckung fällt optisch sofort auf und liefert eine schnelle, naheliegende Erklärung. Ob die Dichtung darunter tatsächlich beschädigt ist, lässt sich aber nur mit den richtigen Prüfmethoden zweifelsfrei feststellen – und genau hier liegt der Kern des Problems: Klassische Leckortungsverfahren aus dem Hochbau- oder Rohrleitungsbereich sind für Schwimmbecken nicht ausreichend. Pool-Leckortung erfordert eigene, speziell für Beckentechnik entwickelte Messverfahren.
Das Wichtigste: Nicht jeder Leckorter hat das richtige Equipment für Pools
Dieser Fall macht exemplarisch deutlich, warum "Leckortung" und "Pool-Leckortung" zwei unterschiedliche Fachgebiete sind. Für eine belastbare Diagnose an Schwimmbecken, Düsenleitungen, Skimmern und Bodenabläufen braucht es Spezialgeräte, die ein klassischer Leckorter in der Regel nicht im Fahrzeug hat, unter anderem:
Elektroimpulsverfahren – zur Ortung von Fehlstellen in wasserführenden Kunststoff- und Folienbahnen
Absperrblasen – zur isolierten Druckprüfung einzelner Leitungsabschnitte
Elektroakustikverfahren – zur akustischen Ortung von Leckagen in Rohrleitungen
Hydrophonverfahren – zur Geräuschortung von Lecks unter Wasser
Vakuum-Prüfglocken – zur punktgenauen Dichtigkeitsprüfung von Nähten, Anschlüssen und Durchführungen
Erst das Zusammenspiel dieser Verfahren – kombiniert mit Erfahrung im Umgang mit Beckentechnik – ermöglicht eine Diagnose, die auch einer Überprüfung durch den Kunden oder eine Versicherung standhält.
Fazit
Wer bei Wasserverlust im Pool schnell und zuverlässig Klarheit haben möchte, sollte gezielt einen Fachbetrieb für Pool-Leckortung beauftragen – nicht einen allgemeinen Leckortungsdienst. Der Fall aus Oberhausen zeigt, wie schnell eine oberflächliche Diagnose in die falsche Richtung führen kann und wie wichtig eine mehrstufige, methodisch abgesicherte Prüfung ist.
Sie vermuten ein Leck in Ihrem Pool oder eine Erstdiagnose lässt Sie unsicher zurück? Wir prüfen mit spezialisierten Messverfahren für Schwimmbäder und liefern eine nachvollziehbare, belastbare Diagnose – auch als Zweitmeinung für Versicherungsfälle.

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